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Chimarrão richtig zubereiten

Chimarrão ist das Mate-Ritual Südbrasiliens: grüne Erva, heißes (nicht kochendes) Wasser, eine Cuia und eine Bombilla. Mit ein paar Handgriffen schmeckt er mild statt bitter.

Chimarrão richtig zubereiten
Das Wichtigste in Kürze
  • Wasser nur 70–80 °C, nie kochend – das schont Geschmack und Mund.
  • Eine Kürbis-Cuia muss vor dem ersten Gebrauch ausgehärtet („curada“) werden.
  • Die Bombilla nach dem ersten Schluck nicht mehr bewegen oder umrühren.
  • Mate enthält Koffein; der Gehalt hängt von Produkt und Menge ab.

Was ist Chimarrão?

Chimarrão (sprich: schimarrau) ist ein Aufguss aus den Blättern der Erva-Mate (Ilex paraguariensis). In Südbrasilien, besonders in Rio Grande do Sul, gehört er zum Alltag. Getrunken wird er aus der Cuia, einem Trinkgefäß, mit der Bombilla, einem Metallhalm mit Sieb. Traditionell wird die Cuia reihum weitergegeben – wer lieber nicht teilt, bereitet sich eine eigene zu.

Chimarrão wird mit heißem Wasser aufgegossen. Sein kalter Verwandter heißt Tereré.

Das Zubehör im Überblick

  • Cuia: traditionell aus der Schale eines Flaschenkürbisses. Es gibt auch Modelle aus Holz, Keramik, Silikon oder Edelstahl.
  • Bombilla: der Trinkhalm mit Sieb. Edelstahl ist robust und leicht zu reinigen.
  • Erva para chimarrão: brasilianische Erva ist oft grün, sehr fein gemahlen und enthält meist weniger Stängel als manche Yerba aus anderen Ländern. Die Packungsangaben helfen beim Vergleich.
  • Thermoskanne: hält das Wasser auf Temperatur, ohne dass es kocht.

Die Cuia aushärten (curar)

Eine neue Kürbis-Cuia ist innen noch feucht und kann schimmeln oder bitter schmecken. Beim „Curar“ wird sie vorbereitet. Es gibt mehrere Methoden – die Anleitung des Herstellers geht vor. Ein verbreitetes Vorgehen:

  1. Die Cuia innen mit feuchter, gebrauchter oder frischer Erva füllen und mit warmem Wasser auffüllen.
  2. Etwa 24 Stunden stehen lassen.
  3. Den Inhalt entfernen, die Innenhaut mit einem Löffel vorsichtig ausschaben und mit Wasser ausspülen.
  4. Den Vorgang einmal wiederholen und die Cuia danach vollständig an der Luft trocknen lassen.

Cuias aus Holz, Keramik, Silikon oder Edelstahl brauchen dieses Aushärten in der Regel nicht.

Schritt für Schritt: Chimarrão zubereiten

  1. Erva einfüllen: Die Cuia etwa zu zwei Dritteln mit Erva füllen.
  2. Schütteln: Eine Hand auf die Öffnung legen, die Cuia umdrehen und leicht schütteln, damit das feine Pulver nach oben wandert.
  3. Schräg stellen: Die Cuia so kippen, dass die Erva sich an einer Seite staut und auf der anderen eine Mulde entsteht.
  4. Anfeuchten: Etwas kaltes oder lauwarmes Wasser in die Mulde gießen und einziehen lassen. Das schützt die Erva vor dem ersten heißen Guss.
  5. Bombilla einsetzen: Mit dem Daumen die obere Öffnung zuhalten und die Bombilla in die Mulde schieben, Sieb nach unten.
  6. Aufgießen: Heißes Wasser (70–80 °C) in die Mulde neben der Bombilla gießen, nicht über den Erva-Berg.
  7. Trinken: Den ersten Aufguss ganz austrinken. Danach neu aufgießen. Die Bombilla dabei nicht umrühren oder verschieben.

Aus einer Füllung lassen sich viele Aufgüsse gewinnen. Wird der Geschmack schwach oder fad, wird die Erva ersetzt.

Wassertemperatur und Verträglichkeit

Kochendes Wasser macht Chimarrão bitter und verbrüht die Erva. Rund 70–80 °C sind ein guter Richtwert. Zusätzlich gibt es einen gesundheitlichen Grund für die Mäßigung: Die Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) stuft sehr heiße Getränke ab etwa 65 °C als wahrscheinlich krebserregend für die Speiseröhre ein. Lass Mate daher nicht heißer als nötig werden und trinke ihn nicht dampfend heiß.

Mate enthält Koffein. Der Gehalt schwankt je nach Marke, Füllmenge und Anzahl der Aufgüsse. Wer empfindlich auf Koffein reagiert oder schwanger ist, achtet auf die Gesamtmenge am Tag.

Pflege und Reinigung

  • Nach dem Gebrauch die Erva ausleeren und die Cuia mit klarem Wasser ausspülen, dann vollständig trocknen lassen. Restfeuchte begünstigt Schimmel.
  • Kürbis-Cuias nicht in die Spülmaschine geben und nicht lange einweichen.
  • Die Bombilla mit einer kleinen Bürste reinigen, damit das Sieb frei bleibt.
  • Erva in einer luftdichten Dose kühl und trocken lagern.

Worauf beim Kauf achten?

Material der CuiaVorteileNachteile
Kürbis (Kalebasse)Traditionell, gibt Geschmack und HaptikMuss ausgehärtet werden, empfindlich
HolzNatürlich, wärmt in der HandPflegeintensiver, nimmt Aromen an
KeramikNeutral, dichtBruchgefahr
Edelstahl / SilikonPflegeleicht, robust, spülmaschinenfest je nach ModellWeniger traditionelles Trinkgefühl, Edelstahl wird heiß

Für Einsteiger ist ein komplettes Set aus Cuia und Edelstahl-Bombilla praktisch. Wer das Ritual in vollem Umfang leben möchte, nimmt eine Kürbis-Cuia und härtet sie selbst aus.

Praktisch dazu

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Chimarrão-Set (Cuia & Bombilla)

Praktisch für den Einstieg. Material und Pflegehinweise prüfen.

Erva-Mate für Chimarrão

Auf „erva para chimarrão“ und die Mahlung achten.

Bombilla aus Edelstahl

Als Ersatz oder zweite Bombilla.

Häufige Fragen

Kann ich Erva auch wie Tee mit dem Sieb aufgießen?

Ja, das geht. Der Charakter ist dann aber anders: Es fehlt die Dosierung per Bombilla und die Aufgüsse laufen schneller aus.

Warum schmeckt mein Chimarrão bitter?

Meist war das Wasser zu heiß, die Bombilla wurde bewegt oder die Erva ist stark stängelhaltig. Zuerst Temperatur und Handhabung prüfen.

Wie viele Aufgüsse sind normal?

Das hängt von der Erva ab. Oft sind es zehn und mehr, bis der Geschmack deutlich nachlässt.

Was ist der Unterschied zwischen Chimarrão und Tereré?

Beide nutzen Erva-Mate. Chimarrão wird mit heißem Wasser getrunken, Tereré mit kaltem Wasser, oft mit Eis oder Zitrus.

Stand: Oktober 2026 · IARC Monographs Vol. 116 (2016), „Drinking Coffee, Mate, and Very Hot Beverages“.

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